TOPAMA – Topographie der Antike und des Mittelalters. Ein webgestütztes Informations- und Analysesystem zur Geschichte Europas (0–1500 n.Chr.)

29 Okt

Was Antike und Mittelalter betrifft, muss man feststellen, dass Historiker und Archäologen dringend Karten brauchen: Zwar sind die Quellen bisweilen ungenau, doch hat man noch längst nicht den vollen potentiellen Nutzen von Kartendarstellungen erschlossen. Dies ist insbesondere bedauerlich, weil deren Aussagepotential durch die neuen Informationstechnologien sehr gewonnen hat. Daher greift das Projekt diesen Umstand auf und beabsichtigt ein webbasiertes Geographisches Informationssystem für den europäischen Raum im Zeitraum 0-1500 n. Chr. als kollaborativen Datenverbund zu entwickeln.[1] Man erhält dadurch nicht nur ein Werkzeug zur einfachen Lokalisierung, sondern durch Verknüpfung der einzelnen Datenebenen vor allem ein solches für die Analyse.

Forschungsfragen: Dieses Projekt soll es ermöglichen, neue Brücken zwischen Spezialisten der Antike und des Mittelalters zu bauen, auch zwischen Historikern und Archäologen und nicht zuletzt zwischen Franzosen und Deutschen. Es ist vorgesehen, archäologische Fundstellen zu kartieren sowie Bischofssitze, Klöster und Pfalzen und lexikographische Methoden zur Geolokalisation von Textquellen anzuwenden. Diese Themenliste soll zunächst ein Pilotprojekt ausfüllen, ist aber gleichzeitig so angelegt, dass später auch andere Fragen angegangen werden können. Das Projekt ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass ein offen zugängliches Format vorgeschlagen wird. Um die nötigen Daten zu sammeln, werden die Teilnehmer Basisarbeit für die Forschung leisten müssen, aber auch selbst Untersuchungen mit Hilfe der in einer dezentralen Struktur vereinigten Datenbanken durchführen. Das Projekt ist im Übrigen für eine freie Nutzung durch alle teilnehmenden Partnerinstitutionen konzipiert.

Natürlich hat diese Vorstellung von frei verfügbaren Daten auch zu bedenkende Grenzen: Bestimmte archäologische Informationen gehören nämlich aus Gründen der Verhinderung von Raubgräbertum per Gesetz nicht dazu. Dagegen kann man für archäologische Daten beispielsweise größere Kartensymbole im Web-GIS verwenden, die eine metergenaue Lokalisation der Bodendenkmale überdecken, falls das System als unangemeldeter Datenuser genutzt wird. Eine administrative Rechtevergabe wird verschiedene Formen der Datennutzung ermöglichen. Die EU-Richtlinie „PSI“, die die Offenlegung und Weiterverwendung von mit öffentlichen Mitteln erstellten Daten zum Inhalt hat, hat in den Museen und Archiven zu kontroversen Diskussionen geführt.[2] Die aktuellen Stellungnahmen des „ Deutschen Bibliotheksverbandes“ und des „Verbandes der Landesarchäologen in der BRD“ verdeutlichen dies. Man muss also im Rahmen des Projektes auch regulative Perspektiven für den Umgang mit Forschungsdaten entwickeln, die zielgerichtet einerseits die Bedürfnisse der Museen und Archive berücksichtigen und anderseits eine größtmögliche Erleichterung in der Verfügbarkeit, bzw. Zugänglichkeit der Daten, zumindest für die Forschung, bzw. lizenzierte Forscher ermöglichen.

TOPAMA_Browser-Screenshot

TOPAMA-Geobrowser in der im Aufbau befindlichen Testversion

Kooperationspartner: Zu den deutsch-französischen und internationalen Projekt-Kooperationspartnern der Archäologie und Geschichte gehören die Landesämter für Archäologie (bzw. Bodendenkmalpflege) von Bayern und Hessen sowie der Service regionale d’archéologie Lorraine (DRAC), Centre archéologique départemental Bliesbruck (Département de la Moselle), Monumenta Germaniae Historica, Historical Semantics Corpus Management (Goethe-Universität Frankfurt), Chartae Burgundiae Medii Aevi, Germania Sacra (Akademie der Wissenschaften Göttingen), Atlas historique de l’Alsace (Université de Haute Alsace), Laboratoire de Médiévistique Occidentale de Paris (Université Paris-1 Panthéon-Sorbonne), Très Grande Infrastructure Adonis, Institut Français d’Histoire en Allemagne, Römisch Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts, Digital Research Infrastructure for the Arts and Humanities (DARIAH), TextGrid, Atlas of Roman and Medieval Civilization DARMC (Medieval History at Harvard University), Regnum Francorum Online und Arkeo-GIS (Universität Strasbourg).[3]

[1] Das deutsch-französische Projekt wird von Seiten der Universität Heidelberg (JRG Digital Humanities and Digital Cultural Heritage) zusammen mit der Goethe-Universität Frankfurt (Institut für Archäologische Wissenschaften) und der Université Paris-1 Panthéon-Sorbonne (Laboratoire de Médiévistique Occidentale) koordiniert.

[2] http://www.landesarchaeologen.de/verband/empfehlungenresolutionen/, PSI-Richtlinie: http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2003:345:0090:0096:DE:PDF

[3] Vgl. die französische Projektankündigung unter : https://ifha.revues.org/7388

Online-Journal „Forschungen zur Völkerwanderungszeit und zum Frühmittelalter Europas“ FVFE

2 Sep

„Forschungen zur Völkerwanderungszeit und zum Frühmittelalter Europas“ FVFE ist ein Online Journal der Universität Heidelberg und stellt aktuelle Studien zur Frühgeschichts- und Frühmittelalter-Archäologie vor. Hierbei werden besonders Untersuchungen mit transdisziplinären Forschungsansätzen fokussiert. Das Journal bietet für Nachwuchswissenschaftler auch die Möglichkeit bedeutende studentische Abschlussarbeiten zu veröffentlichen. Eingereichte Artikelvorschläge werden ausschließlich nach einer Begutachtung durch das Redaktionsteam publiziert. Ggf. werden bei Unklarheiten externe Gutachter hinzugezogen. Die Artikel erhalten eine persistente URL der Universitätsbibliothek Heidelberg und sind somit nachhaltig zitierbar. Fristen zur Artikeleinreichung bestehen z.Z. nicht. Ein Jahresband der Serie „Forschungen zur Völkerwanderungszeit und zum Frühmittelalter Europas“ besteht aus der Summe der Einzelartikel des Jahres, die mit Beginn des Folgejahres gebündelt zusammengefasst als Journal online publiziert werden. Das Journal ist an der Deutschen National Bibliothek mit der ISSN 2199-8280 ausgezeichnet.

Das Redaktionsteam setzt sich aus Mitgliedern der Universität Heidelberg und der Goethe Universität Frankfurt zusammen. Redaktion_FVFE

FVFE 2014

Mensch-Umwelt-Interaktion und der Einfluss der Umweltbedingungen auf Migrationen der ersten 5 Jahrhunderte n.Chr. im inneren Barbaricum zwischen Spree und Neiße

FVFE 2013

Neues zur „Odergermanischen Gruppe“: Das innere Barbaricum an der unteren Oder im 5.–6. Jh. AD

Signale des Paläoklimas vom 7. Jh. BC bis 8. Jh. AD an der Oder durch eine Umfeldanalyse der Siedlungsbefunde im GIS

FVFE 2012

Eisenproduktionswerkplätze der späten römischen Kaiserzeit (3.–5. Jh. AD) im inneren Barbaricum

Stempelverzierte Keramikfunde der Völkerwanderungszeit im Barbaricum – Neue Funde vom frühmittelalterlichen Burgwall bei Kopchin (Lkr. Bautzen)

archaeolandscapes

19 Sep

http://www.archaeolandscapes.eu/

archäologiedigitale

19 Sep

new German blog about digital methods in archaeology

http://archdigi.hypotheses.org/

The Landscape Research Centre

4 Sep

http://thelrc.wordpress.com/

Scilly’s Iron Age: valuing the invisible

4 Sep

http://rodrigopachecoruiz.wordpress.com/2012/09/03/scillys-iron-age-valuing-the-invisible/

Topographic survey by tractor, etc

4 Sep

http://leighandgill.wordpress.com/2012/09/02/topographic/